LSG — not4sale!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Woche haben wir mit dem Lufthansa Vorstand erneut über unsere Forderungen verhandelt. Dabei wurde deutlich, dass sich der Lufthansa Vorstand bald entscheiden will, an welchen der beiden Interessenten sie die LSG verkaufen werden.

Als Vertreter und Vertreterinnen der LSG-Beschäftigten sind wir nun in einer schwierigen Situation

Wir wollen den Verkauf NICHT, können ihn jedoch nicht verhindern. Gesetzlich hat der Lufthansa Vorstand das Recht, frei zu entscheiden. Und er nimmt sich sein Recht.

Jetzt sind wir in der Verantwortung, Schaden und Verluste für uns Beschäftigte, die durch die Entscheidung des Lufthansa Vorstands für den Verkauf entstehen, zu verhindern und zu minimieren. Eins muss allen klar sein: Wir als ver.di haben die falsche Entscheidung, die LSG zu verkaufen nicht getroffen, sondern der Lufthansa Vorstand.

Deshalb haben wir uns entschieden, auf Einladung des Lufthansa Vorstands, die Geschäftsführung von Do&Co und die Geschäftsführung von Gate Gourmet zu treffen. Beide wollen die LSG kaufen. Wer von ihnen die LSG bekommt, entscheidet der Lufthansa Vorstand in ein paar Wochen.

Wir haben Do&Co und Gate Gourmet bei dem Treffen deutlich gesagt:

  • wir wollen den Verkauf nicht,

  • wir erwarten, dass alle Arbeitsplätze und Sozialstandards erhalten bleiben

Wir wollen mit beiden Interessenten über unsere Forderungen reden, BEVOR der Lufthansa Vorstand entscheidet, an wen er die LSG verkauft. Wieso? Wir wissen, dass die Chance, möglichst viel abzusichern VOR dem Verkauf der LSG am größten ist.

Wenn wir nicht mit dem Lufthansa Vorstand, Do&Co sowie Gate Gourmet vor dem Verkauf sprechen, gibt es gar keine Absicherung unserer Arbeitsplätze und Tarifverträge.

Der Lufthansa Vorstand zeigt sich zurückhaltend in den Verhandlungen

In den letzten Gesprächen mit dem Lufthansa Vorstand zeigte sich immer deutlicher, dass der Lufthansa Vorstand vor allem an seinem wirtschaftlichen Vorteil beim Verkauf der LSG interessiert ist, anstatt die soziale Verantwortung für uns alle in den Mittelpunkt zu stellen. Bei den aktuellen Verhandlungen steht für uns im Mittelpunkt:

  • die Sicherung aller Arbeitsplätze

  • die Sicherung unserer Tarifverträge

  • Regelungen durch den gelben Ausweis

  • die Sicherung der Mitbestimmungsstrukturen

Die Lufthansa ist nicht bereit, die volle Verantwortung für die sozialen Folgen des Verkaufes für uns alle zu übernehmen. Bisher liegen ausschließlich Ideen für die Absicherung eines kleinen Teiles der Belegschaft vor. Wir begrüßen den Schritt in die richtige Richtung und gleichzeitig erwarten wir die versprochene Übernahme der sozialen Verantwortung.

Das heißt: Absicherung für ALLE Beschäftigten der LSG!

Stattdessen will die Lufthansa, dass wir als ver.di bei der LSG nun auch mit dem neuen möglichen Eigentümer sprechen sollen. Allerdings würde dieses erst NACH der Entscheidung und der Vertragsunterzeichnung des Verkaufs (signing) stattfinden.
Wir wollen beides!

1. Wir wollen JETZT SOFORT mit BEIDEN Kaufinteressenten ABER VOR der Entscheidung der Lufthansa Gespräche führen.
2. Wir wollen VOR dem Verkauf der LSG vertragliche Zusicherungen zum Schutz unserer Arbeitsplätze und Sozialstandards von der Lufthansa UND von Do&Co oder Gate Gourmet.

Der Lufthansa Vorstand sowie auch Do&Co und Gate Gourmet müssen JETZT soziale Verantwortung übernehmen und uns konkrete Zusagen machen!

Denn nachdem der Verkauf unterzeichnet ist, steht der Verkaufspreis für die LSG fest und damit auch der Preis für den Cateringvertrag der Lufthansa.

Wir wissen: Lufthansa will, dass der Cateringvertrag so billig wie möglich ist. Dieses Preisdiktat der Lufthansa ist gefährlich für uns. Umso weniger die Lufthansa für den Cateringvertrag bezahlt, umso höher wird der Druck auf unsere Tarifverträge. Wenn das Geld, das die Lufthansa in Zukunft zahlt für unsere Cateringleistung nicht reicht, wird der neue Eigentümer der LSG versuchen, unsere Tarife abzusenken.

Wir sagen: Unsere Löhne und Gehälter - unsere Jobs – müssen durch diesen Vertrag finanziert, abgedeckt und getragen werden

Und jetzt? Wie geht es jetzt weiter?

Wir erwarten, dass der Vorstand der Lufthansa, BEVOR er in ein paar Wochen entscheidet, an wen er die LSG verkauft:

  • bei den nächsten Verhandlungen am 15. und 29. Oktober gute Absicherungen für unsere Jobs und Tarifverträge mit uns vereinbart

  • uns sofort ermöglicht, von Do&Co und Gate Gourmet VOR der Unterzeichnung des Kaufvertrages unsere soziale Absicherung schriftlich zugesichert zu bekommen

  • sich VOR der Unterzeichnung des Kaufvertrages der Belegschaft stellt und Verantwortung für seine Entscheidung übernimmt

Wir fordern als ver.di bei der LSG: Lufthansa Vorstand soll Farbe bekennen!

Es geht jetzt in die entscheidende Phase. Als ver.di bei der LSG nehmen wir unsere Verantwortung ernst und geben alles, um die Folgen des Verkaufs für uns alle zu regeln.

Auf den bundesweiten Betriebsversammlungen am 30. Oktober muss der Lufthansa Vorstand persönlich alle Fragen zum anstehenden Verkauf und den möglichen Käufern beantworten. Wir akzeptieren nicht, dass wieder nur das LSG-Management auf den Betriebsversammlungen Rede und Antwort steht, denn es entscheidet nicht, wie es mit uns weiter geht.

Herr Spohr, Fr. Dr. Volkens, zeigen SIE der Belegschaft der LSG, dass sie als Lufthansa ihre soziale Verantwortung übernehmen! So haben Sie es allen LSG Beschäftigten zugesichert! Stehen Sie zu ihrem Wort!

Wir informieren euch nach dem nächsten Verhandlungsgespräch und sehen uns alle auf den Betriebsversammlungen!

Euer ver.di Koordinierungskreis
Frankfurt, 11. Oktober 2019

(Flyer download)
(259,03 kB)

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