LSG — not4sale!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Verhandlungen am Dienstag, den 15. Oktober 2019 zur Zukunft der Arbeitsplätze und sozialen Standards waren für uns Beschäftigte ein Schlag ins Gesicht.

Wir berichteten bereits

In den letzten Gesprächen mit dem Lufthansa Vorstand zeigte sich immer deutlicher, dass dieser vor allem an seinem wirtschaftlichen Vorteil beim Verkauf der LSG interessiert ist, anstatt die soziale Verantwortung für uns alle in den Mittelpunkt zu stellen.

Unsere Forderungen

  • Sicherung aller Arbeitsplätze

  • Sicherung unserer Tarifverträge

  • Regelungen durch den gelben Ausweis

  • Sicherung der Mitbestimmungsstrukturen

Das ist die Lufthansa momentan bereit, zu geben:

  • Von der Lufthansa wurde bisher die (noch in Prüfung befindliche) Idee zur Altersteilzeit vorgestellt: Übernahme eines kleinen Teils der Beschäftigten in den Lufthansa-Konzern, welche dann an die „neue“ LSG verliehen werden.

Hier könnten rund 1.000 Beschäftigte aus den Tarifschienen 1. und 2. diese Möglichkeit wahrnehmen. Voraussetzung: zum Zeitpunkt des finalen Verkaufsvertrages (closing):
55 Jahre alt sein - frühester möglicher Renteneintritt, also mit 63 Jahren, ohne Incentivierung. Insgesamt 8 Jahre - vier aktiv, vier passiv. Dies würde auch rückwirkend für diejenigen gelten, welche schon im Prozess „Optimus“ Altersteilzeitverträge unterschrieben haben.

Wir fragen den Vorstand: WO IST HIER DIE ABSICHERUNG FÜR DIE RESTLICHEN 6.000 Kolleg*innen?

  • Bis zu 10 Jahre vergünstigtes Fliegen für alle Beschäftigten (nur Lufthansa-Strecken).

  • Abschluss Tarifvertrag Jobticket zu bisherigen materiellen Bedingungen

Letzte Woche haben wir veröffentlicht, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung ist, aber noch lange nicht genug.
Was haben wir diese Woche bekommen? Nichts.
Außer, dass auf einmal die 10 Jahre Fliegen seitens des Lufthansa-Managements wieder in Frage gestellt wurde.
Eine Unverschämtheit!

Die Übernahme von sozialer Verantwortung, die uns von Carsten Spohr und Frau Dr. Bettina Volkens zugesagt wurde, sieht anders aus.

Wir fordern den Lufthansa Vorstand erneut dazu auf, dass er uns Arbeitsplatzgarantie und Tariftreue zusagt.
Stattdessen sollen wir darüber mit dem NEUEN Eigentümer reden. Das bedeutet: Unser Mutterkonzern will uns nicht mehr geben, als oben steht.

Der neue Eigentümer steht aber erst nach dem Vorverkauf fest. Vorher sollen wir nicht mit ihm sprechen dürfen.
Die Lufthansa will den Cateringvertrag mit Gate Gourmet oder Do&CO so billig wie möglich abschließen. Dieses Preisdiktat der Lufthansa ist gefährlich für uns. Umso weniger die Lufthansa für den Cateringvertrag bezahlt, umso höher wird der Druck auf unsere Tarifverträge. Wenn das Geld, das Lufthansa in Zukunft für unsere Cateringleistung zahlt nicht ausreicht, wird der neue Eigentümer der LSG versuchen, unsere Tarife abzusenken.

Wir lassen uns NICHT diktieren, mit welchem Unternehmen wir Gespräche aufnehmen!

Deshalb haben wir die Geschäftsführungen von Do&CO und von Gate Gourmet nun kontaktiert und sie zu Gesprächen aufgefordert.

Die Lufthansa hält uns hin - wir dürfen nicht locker lassen!

Wir müssen nun unsere Aktivitäten zum Schutz unserer Arbeitsplätze und Tarifverträge erhöhen. Deshalb werden wir in den nächsten Wochen an allen Standorten ver.di-Mitgliederversammlungen abhalten.

ver.di-Mitgliederversammlungen an allen Standorten - Jetzt wird es Zeit, klare Zeichen zu setzen!

Wir sind keine wirtschaftlichen Kennzahlen. Sondern hart arbeitende, Respekt verdienende Kollegen und Kolleginnen, die über Jahrzehnte den Lufthansa Konzern mit groß gemacht haben.

Sprecht mit euren Kolleginnen und Kollegen und kommt zahlreich!

Dein ver.di-LSG-Koordinierungskreis
(ver.di-Geschäftsfeldtarifkommission und
ver.di-Vertrauensleute-SprecherInnen)
Frankfurt, 18. Oktober 2019

(Flyer downloaden)
(320,62 kB)

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