LSG — not4sale!

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das oben, war der abschließende Wortwechsel unseres heutigen Gesprächs mit Lufthansa. Wie kann das sein?

Die Fakten:

Der Vorvertrag (signing) zwischen Lufthansa (LH) und Gate Gourmet (GG) ist am Freitag abgeschlossen worden.

Bis zum Abschluss des endgültigen Verkaufsvertrages (closing) in ca. drei bis neun Monaten ist die Haupteigentümerin der LSG immer noch die Lufthansa und damit voll in der Verantwortung für unsere soziale Absicherung.

Was ist in den letzten 10 Tagen passiert?

Wir hatten für den 2. Dezember einen Streik geplant. Daraufhin hat die Lufthansa kurz vorher ihr Angebot nachgebessert.
Deswegen haben wir beim Streik auf die „Pausentaste“ gedrückt.

Das Angebot für die Altersteilzeit war nicht akzeptabel, weil nur 100 Kolleg/innen von rund 1.000 Berechtigten ATZ bekommen hätten.

Wir haben dann aber andere Verbesserungen rausverhandelt: ca. sechs Monate länger Entgeltabsicherung (insgesamt mindestens 3,5 Jahre) und deutliche Verbesserungen bei der Flugregelung hat uns die LH zugesagt.
Wir dachten daher am letzten Freitag nach ca. 40 Stunden Marathonverhandlungen: „Wir haben die Gesamtlösung“.

Nun stellt sich heraus: alles Schall und Rauch. Alle diese zugesagten Leistungen sind ohne Garantien und nicht rechtssicher.

Denn nach den mündlichen Zusagen der LH folgte keine schriftliche Rechtsicherheit. Im Gegenteil, die von der Lufthansa vorgelegten Vereinbarungen,
die wir unterschreiben sollen bedeuten:

Entgeltabsicherung

Bis Freitag war für uns verbindlich zugesagt, dass die Lufthansa sicherstellt: Jegliche Absenkung seitens Gate Gourmet wird für 3,5 Jahre individuell für jede/n LSG Kollegen/in ausgeglichen. LH hatte uns zugesichert, dass sie das Geld hierfür schon Gate bereitgestellt hat. Wir haben der LH von Anfang an klar gemacht: Wir wollen das schriftlich, egal ob von LH oder von Gate. Und wir wollen das nicht vermischen mit Tarifverhandlungen mit Gate. Weil wir wissen, dass uns Gate absenken will.

Fliegen

Hier will die Lufthansa uns erpressen. Sie will uns bis zu 10 Jahre Fliegen nur geben, wenn wir auf einen Streik verzichten.

LH sagt: „Wenn wir vor dem closing streiken, fällt das Fliegen weg.“

Nun platzte die Bombe: Lufthansa ist nicht bereit, ihre soziale Verantwortung zu übernehmen und zu ihrem Wort zu stehen

Auch die Entgeltabsicherung will LH nicht rechtlich absichern. Stattdessen hat Gate nun ver.di angeschrieben und fordert von uns (vereinfacht gesprochen): Nur wenn ihr mit uns allgemeine Absenkungen verhandelt, bekommt ihr auch die Entgeltabsicherung für 3, 5 Jahre.

Außerdem will Gate anscheinend selbst entscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird. Das heißt für uns: Die Absicherung will Gate uns nur geben, wenn wir jetzt schon als ver.di Zugeständnisse zu Absenkungen machen.

Das ist klarer Wortbruch seitens der Lufthansa und mit uns nicht zu machen!

Somit steht fest: Lufthansa und Gate zwingen alle LSG Kollegen/innen in einen massiven Konflikt.

Unsere Position, die wir heute Lufthansa mitgeteilt haben ist: Das unterschreiben wir so nicht.

Ohne Euch keine Entscheidung!

Wir stehen jetzt an einem Scheideweg. Wir, Eure ver.di Tarifkommission entscheiden erst, ob wir die „Angebote“ von Lufthansa und Gate akzeptieren oder nicht, wenn wir erneut die Meinung aller ver.di-Mitglieder bei LSG gehört haben.

Wir werden daher kurzfristig am Dienstag, den 17.12.2019 in allen Betrieben Mitgliederversammlungen durchführen, um eure Meinung einzuholen und das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Uhrzeit und Infos dazu werden bei Euch im Betrieb bekannt gegeben.

Eure ver.di-Tarifkommission
Frankfurt, 12. Dezember 2019

(flyer download)
(282,86 kB)

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